Planfeststellungsabschnitt 1.2
Der Streckenabschnitt "Fildertunnel" umfasst die 9,5 Kilometer lange Strecke, die den Stuttgarter Hauptbahnhof mit dem neuen Bahnhof Flughafen/Messe am Flughafen und der Neubaustrecke nach Ulm verbindet. Der Antrag auf Planfeststellung für den Abschnitt Fildertunnel wurde am 17.12.2001 bei der Planfeststellungsbehörde eingereicht.
Der Fildertunnel ist neben dem Hauptbahnhof einer der wichtigsten Baumaßnahmen von Stuttgart 21. Der neue Bahnknoten Stuttgart kann ohne den Fildertunnel nicht in Betrieb gehen. Die Bauzeit für die Rohbauerstellung des Tunnels (Ausbruch der Tunnelröhren einschließlich Herstellen der Tunnelinnenschale ohne technische Ausstattung und Fahrweg) ist mit fünf Jahren veranschlagt. Dazu ist derzeit geplant ein Zwischenangriff anzulegen, von dem neben den beiden Tunnelöffnungen ein zusätzlicher Vortrieb beim Tunnelbau erfolgen könnte.
Variantenprüfung – die Wahl des geeigneten Standorts
Bei der Wahl des Standorts für einen Zwischenangriff spielt außer den technischen und logistischen Voraussetzungen auch der Schutz von Mensch und Natur eine große Rolle. Für den Antrag auf Planfeststellung hatte die DB ProjektBau zunächst zwei Standorte ausgewählt, an denen jeweils oberirdisch nur tagsüber gearbeitet werden sollte: die Zwischenangriffe Sillenbuch und Weidachtal. Für beide hatte es zahlreiche Alternativen gegeben, die aus den unterschiedlichsten Gründen weniger geeignet waren, z. B. weil sie Eingriffe in Waldgebiete, Boden oder Wasserhaushalt mit sich gebracht hätten, die Baustelleneinrichtungsfläche nicht ausreichend groß gewesen wäre oder Baustellenverkehr durch Wohngebiete hätte geführt werden müssen.
Sigmaringer Straße: Ein Zwischenangriff im 24-Stunden-Betrieb
Während des Planfeststellungsverfahrens erhielt die DB ProjektBau den Auftrag, die Wahl der Zwischenangriffe Sillenbuch und Weidachtal detaillierter zu begründen. Im Zuge dessen wurden auch diverse neue Varianten genau überprüft. Dabei wurde auch ein Vorschlag des Naturschutzbunds Deutschland NABU aufgenommen und weiterentwickelt. Das Ergebnis: Bei Abwägung aller Vor- und Nachteile schneidet die neue Variante Sigmaringer Straße am besten ab. Dieser Zwischenangriff liegt so weit entfernt von Wohngebieten, dass dort Tag und Nacht gearbeitet werden kann. Und damit wiederum ist nun statt der ursprünglichen zwei Zwischenangriffe nur noch einer notwendig.

Der Zwischenangriff Sigmaringer Straße: Von der Baustelleneinrichtungsfläche aus können Materialtransporte über die nahe liegende B 27 abgewickelt werden. (Grafik: DB AG).
Zwischen Degerloch und Möhringen
Der neue Zwischenangriff erstreckt sich mit seiner oberirdischen Baustelleneinrichtungsfläche von ca. 1,75 Hektar über ebenes, bisher als Ackerfläche genutztes Gelände entlang der B 27 zwischen Degerloch und Möhringen. Auf dieser Fläche sind – neben der Rampe und dem Portal zum Zwischenangriffsstollen – eine Zwischendeponie zur Lagerung von Aushub, verschiedenste Einrichtungen zur Versorgung der unterirdischen Baustelle mit Frischluft, Wasser, Strom und Baustoffen, Büro-, Werkstatt- und Aufenthaltsräume sowie Einrichtungen zur Behandlung des Brauchwassers untergebracht. Baustraßen verbinden die Teilbereiche miteinander.
Der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt 1.2 wurde am 19.08.2005 vom Eisenbahn-Bundesamt erlassen.
Download PFA 1.2.: Fildertunnel (1,6 MB)