Geschichte des Hauptbahnhofs Stuttgart

vom kopf- zum durchgangsbahnhof

Das Bahnprojekt Stuttgart – Ulm verwirklicht eine schon vor einem Jahrhundert geborene Idee:
Bereits 1901 wurden im Rahmen entsprechender Überlegungen Pläne entwickelt, den Stuttgarter Hauptbahnhof in einen Durchgangsbahnhof umzuwandeln. Der bestehende Kopfbahnhof hatte nämlich damals schon seine Kapazitätsgrenze erreicht. Die Idee des Durchgangsbahnhofs scheiterte aber am Anfang des 20. Jahrhunderts an den technischen Möglichkeiten.

Seit der Inbetriebnahme im Jahre 1846 war der erste Stuttgarter Hauptbahnhof an der Schlossstraße (heutige Bolzstraße) immer wieder optimiert und vor allem erweitert worden, um das ständig wachsende Verkehrsaufkommen zu bewältigen.

Deshalb wurde an der Wende zum 20. Jahrhundert ein neuer Bahnhof geplant. Da ein innerstädtischer Durchgangsbahnhof jedoch wegen der erforderlichen Tunnel mit den bautechnischen Möglichkeiten jener Zeit kaum zu realisieren gewesen wäre, kam diese Variante nicht zum Tragen. Vielmehr wurde im Jahr 1910 ein Wettbewerb zur Gestaltung eines neuen Kopfbahnhofs am Rande der damaligen Stadt ausgeschrieben.
 

Neubau des Haupbahnhof Stuttgart 1912 – 1927, Foto: DB AG

 











Der Nabel Schwabens

Die Stuttgarter Architekten Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer gingen mit einem Entwurf mit dem sinnigen Titel "umbilicus sueviae" ("Der Nabel Schwabens") als Sieger aus diesem Wettbewerb hervor.

Vom Wettbewerbsentwurf bis zum Bonatzbau, wie er heute das Stuttgarter Stadtbild prägt, war es noch ein weiter Weg. Über mehrere Jahre hinweg veränderten Bonatz und Scholer immer wieder die Pläne – selbst während der Bauzeit wurden noch Änderungen vorgenommen.

Schließlich wurden mit der Verlegung des Bahnhofs von der Bolzstraße zur Schillerstraße – wie beim heutigen Konzept – Flächen für neue Stadtquartiere frei. Es entstand Raum für die Königstraße und die Lautenschlagerstraße. Auf der anderen Seite wurden zwischen dem neuen Kopfbahnhof und dem Rosensteinpark riesige Flächen mit Werkstätten, Abstellanlagen, Ladestraßen und andere Bahnanlagen bebaut.


zur Geschichte des Turms

 

Wieder ist der Bahnhof an seine Grenzen angelangt. Ein Ausbau für die Anforderungen der Zukunft ist mit einem Kopfbahnhof nicht möglich. Der Kopfbahnhof steht dem modernen Eisenbahnbetrieb bildlich im Wege. Doch: Das neue Stuttgarter Bahnkonzept erhält das historische Bahngebäude, den so genannten Bonatz-Bau mit Halle, Turm und Arkaden. Es wird bis auf die Seitenflügel entlang der heutigen Bahnsteige weiterhin als Bahnhof genutzt. Die beiden Seitenflügel werden abgebrochen. Die Zugangsebene zu den tiefer liegenden Gleisen wird sich auf der Ebene Arnulf-Klett-Platz bzw. große Schalterhalle befinden. Dadurch entfällt die große Aufgangstreppe zur Querbahnsteighalle.

Innerhalb der Querbahnsteighalle wird es  Öffnungen zu der darunter liegenden Hauptzugangsebene geben. Die Querbahnsteighalle wird für Einzelhandel genutzt und bildet die Zugangsebene vom neuen Straßburger Platz.
 

Visualisierung: DB AG


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Genehmigung zum Abbruch der Seitenflügel und für die Umbauten im Inneren des Bahnhofs wurde im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens vom Eisenbahnbundesamt erteilt. Die Belange des Denkmalschutzes wurden dabei mit den Zwängen aus der geänderten Erschließung, den Personenströmen und der Geometrie der neuen Bauwerke abgewogen.

Der neue Bahnhof hat ebenso wie der alte eine unverwechselbare Architektur: Gläserne „Lichtaugen“ holen Tageslicht auf die Bahnsteigebene und schaffen Blickbeziehungen zum Schlossgarten, zum neuen Straßburger Platz (dem begehbaren Bahnhofsdach, direkt im Anschluss an den Schlossgarten) und zum Bonatzbau.

Der neue Hauptbahnhof Stuttgart verwirklicht ein ökologisches Konzept: Physikalische Mechanismen der Erde werden als Kälte- und Wärmespeicher genutzt; Luftpolster durch einfahrende Züge und durchströmende Tunnelluft sorgen für Belüftung.

Architektur

So wird der neue Hauptbahnhof Stuttgart aussehen.

 
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Anbindung an die Stadt

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Infrastruktur

Der neue Hauptbahnhof Stuttgart wird leistungsstärker.

 
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Bauphasen

Die geplanten Bauabschnitte rund um den Hauptbahnhof.

 
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